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Hannover: Die Stadt, die Einwohner und die Behörden


Hannover steht in dem Geruch, unattraktiv zu sein. Mal ganz davon abgesehen, daß dies sachlich falsch ist, unternimmt Hannover, vertreten durch die Behörden, Fremdenverkehrsamt und wer sonst noch dafür zuständig ist, zu wenig, um in der Bundesrepublik Deutschland, Europa und der restlichen Welt für diese Stadt zu werben.

Bei meinen Besuchen auf der EXPO 2000 habe ich mich bei den ausländischen Betreuern der Pavillons und Stände auch danach erkundigt, wie deren Kenntnisse von Deutschland und speziell von Hannover sind. Bis zum 20. Juni 2000, also nach zwanzig Tagen EXPO 2000 in Hannover, sind zwar Besuche in Berlin, Hamburg und Heidelberg vorgenommen worden, aber in der Stadt Hannover war so gut wie keiner gewesen! Nachtrag vom 06.08.2000: Inzwischen hat sich sogar Frau Wiebke Bruhns, Pressesprecherin der EXPO Gesellschaft, nach einem von unserem Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg verordneten Stadtrundgang davon überzeugen lassen müssen, daß Hannover mehr zu bieten hat, als nur das EXPO-Gelände.

Wieso kommt eigentlich niemand auf den Gedanken, zwecks Verbreiterung der Kenntnisse über diese schöne Stadt, den Mitarbeitern auf dem EXPO-Gelände eine kleine Mappe mit den sicherlich vorhandenen Informationen über Hannover und das Umland zu überreichen? Das kostet nicht viel und bringt diese Menschen möglicherweise mal auf die Idee, Ihre Freizeit unserer Stadt zu widmen, statt sich in ganz Deutschland umzusehen (Ist zwar auch ganz gut, aber für Hannover schlecht!). Sollte da ein Sponsor fehlen? Dann sollte man mal die Leute aus Wolfsburg fragen, die den ehemaligen Telekom-Turm auf dem Raschplatz zu einem gigantischen Werbeträger umgebaut haben, vielleicht sind ja noch ein paar Mark von dem Umbau für andere Werbungsmaßnahmen übrig!

Da lese ich doch in der örtlichen Presse, daß sich ein leitender Mitarbeiter der EXPO-Gesellschaft mit der Stadt Hannover öffentlich gestritten hat, daß die Stadt zu wenig für die Image-Pflege tut, was die Stadt natürlich aufs heftigste zurückweist. Mir als Einwohner von Hannover fällt dazu nur ein: Arbeitet ausnahmsweise einmal zusammen, gemeinsam lassen sich, gerade bei diesem Großprojekt EXPO 2000, viel größere Erfolge erzielen!

Hannover leidet, wie alle Kommunen, an permanenter Geldknappheit. Trotzdem ist diese Stadt lebens- und liebenswert. Heute allerdings ist das kein Selbstläufer mehr, nein, es muß auch dafür geworben werden. Wollen wir ausländische Besucher anziehen und für diese auch attraktiv sein, muß dies erst einmal offiziell festgeschrieben werden. Dann können entsprechende Maßnahmen eingeleitet und diese beworben werden.

Die Bahn: Das Verhalten der Bahn (DB) gegenüber den Einwohnern von Hannover ist für mich ein Paradebeispiel von Monopolisten. Erst werden die Einwohner jahrelang mit schon fast unzumutbaren Belastungen bei dem Umbau des Bahnhofs gequält, dann wird, als das Ding endlich fertig ist, den Fahrgästen bis und ab Hannover ein Strafgeld aufgebrummt. Das ist doch alles sehr kundenfreundlich, oder?

Die EXPO GmbH: Die arme EXPO Gesellschaft! Keiner versteht sie und schon gar niemand hat sie lieb. Warum auch? Denn die vielen Skandale (Geschäftsführer usw.) sind noch nicht vergessen, die Themenparks sind sicherlich das Geld, welches für sie hingeblättert werden mußte, nicht wert. Die Web-Seite ist zwar sehr schön, aber die Ladezeiten (ich hab' ISDN!) sind schlicht katastrophal. Einträge aus USA über unsere Kampfhunde werden seitenweise veröffentlicht, aber eine Zuschrift von mir (mit dieser URL) kommt nicht ins Gästebuch! Mir tut eigentlich nur Frau Breuel leid, die hier wohl die Prügel für die Glanzleistungen der Politik und Ihrer Mitarbeiter auf allen Ebenen einstecken muß.

Die Hotels: Unsere Hoteldirektoren und Betreibergesellschaften haben offensichtlich geglaubt, daß zur EXPO 2000 nur zahlungskräftige Besucher anreisen, die über schier unerschöpfliche Geldmittel verfügen. Solche soll es zwar auch geben, aber der durchschnittliche Besucher ist Mitglied einer Familie, und als solcher nicht in der Lage, die geforderten, zum Teil astronomisch hohen, Hotelkosten zu bezahlen. Jetzt höre ich von einigen Hotels, die ihre Zimmerpreise um bis zu 50 Prozent senkten, das läßt immerhin hoffen!

Die Üstra: Unser öffentlicher Nahverkehr in Hannover ist ja schon immer durch die großen Messen auf Besuchermengen vorbereitet gewesen. Dabei zeichnete sich die Üstra durch die Fähigkeit aus, die Menschenmassen in relativ kurzer Zeit von und zur Messe zu befördern. Jetzt zur EXPO 2000 sind die neuen Linien fertig, es werden Züge mit 3 und 4 Wagen eingesetzt, und nach meinen Erfahrungen klappt das ganz vorzüglich. Die Einigung, daß jede EXPO 2000 Karte auch als Fahrschein für den GVH-Verbund genutzt werden kann, ist ein sinnvolles Ergebnis der geführten Verhandlungen. Weiter so, Sie sind auf dem richtigen Weg!


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