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Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Entlassung und jede Menge Termine.

Donnerstag, 10. Juli 2003

Entlassung am Donnerstag, immer noch einen Drainageschlauch. Reinhard holte mich ab. Ein netter Willkommensgruß von meiner Nachbarin Inge an der Tür. Danach sind wir gleich zu meinem Frauenarzt gefahren, um das weitere Verfahren zu regeln. Wir wurden dort sehr nett empfangen und brauchten nicht lange zu warten.

Brust von der Seite

Natürlich war mein Frauenarzt gespannt auf die Narbe an der Brust und er sang ein Loblied auf den Operateur.

Ein Klick auf das Bild zeigt ein grosses Bild.

Narbe am Rücken

Ich hatte von dem Professor eine Überweisung für Krankengymnastik und Lymphdrainagen bekommen, von meinem Frauenarzt erhielt ich nun noch Überweisungen für die Bestrahlung und das Rezept für die Perücke sowie eine Krankmeldung für eine Woche. Danach sprachen wir in der Praxis für Krankengymnastik auf dem Engelbosteler Damm vor. Da ich bisher keinerlei Erfahrungswerte auf diesem Gebiet hatte, schien es mir sinnvoll, die nächstgelegene Möglichkeit zu nehmen. Dort vereinbarten wir ab 15. Juli die Termine für Krankengymnastik und Lymphdrainage.

Nachmittags um 14:00 Uhr hatte ich einen Termin in der Chemo-Ambulanz. Dort erhielten wir umfangreiche Informationen von der sehr netten Frau Becker zu der bevorstehenden Chemotherapie. Sie zeigte uns auch den „Port“, den ich ja bereits bei Dr. Mao gesehen hatte. Wir regten dazu an, dass man diesen Port den zukünftigen Patientinnen bereits bei der Erläuterung zu der Chemotherapie zeigen sollte.

Es folgten spezielle Hinweise zu meinem Verhalten während der Chemotherapie. Da die Abwehrkräfte erheblich herunter gefahren werden, sollte ich mich vor größeren Menschenansammlungen schützen. Wie vereinbare ich das mit dem Publikumsverkehr? Die Nahrungsmittel sollte ich sehr gut waschen oder besser noch geschält verwenden. Beim Essen im Restaurant sollte ich auf frischen Salat besser verzichten. Reinhards Gesicht hellte sich auf. Das nächste halbe Jahr also kein „Grünfutter“, damit konnte er auf jeden Fall leben. Von jetzt an war jede Woche Blutabnahme angesagt, das Ergebnis sollte immer an die Chemo-Ambulanz gefaxt werden. Der gemeinsame Termin mit Gaby stellte überhaupt kein Problem dar. Und so vereinbarte ich also für Donnerstag, den 24. Juli. 2003 den ersten Termin für Gaby und mich. In dieser Woche musste die Blutabnahme am Dienstag erfolgen, damit das Ergebnis am Mittwoch vorlag. Außerdem musste ich mich Mittwochmorgen wiegen und nachmittags ab 15:00 Uhr anrufen und das Gewicht mitteilen. Dann erfuhr ich, ob ich am Donnerstag zur Chemo kommen kann. Die Blutabnahmen in den zwei Wochen dazwischen waren nicht wochentagsabhängig. Deshalb meldeten wir uns auch noch bei unserem Hausarzt auf dem E-Damm, ob er die wöchentlichen Blutabnahmen durchführen würde. Auch das sollte zunächst kein Problem sein.

Endlich wieder im eigenen Bett. Auf der linken Seite konnte ich noch nicht liegen. Wie sollte ich dann noch lesen? Den Drainageschlauch mussten wir auch irgendwie am Bett festkleben. Trotzdem war es schön, am nächsten Tag neben Reinhard aufzuwachen.

Da es sich abzeichnete, dass wir in den nächsten Wochen viele Termine hatten, druckte Reinhard aus dem Outlook einen Vier-Wochen-Plan aus. Das Original hing in der Küche an der Therme, die Zweitschrift trug ich mit mir rum, um ggf. weitere Termine einzutragen. In diesem Plan standen auch alle wichtigen Telefonnummern für die nächste Zeit. Wir haben versucht, diese Pläne zu sammeln, sie dienen mir jetzt dazu, meine Geschichte aufzuschreiben. Da ich aber großzügiger bin mit dem Vernichten von Unterlagen, wird sich herausstellen, ob alle wichtigen Informationen erhalten sind.

Der Freitag war irgendwie frei von Terminen. Ich konnte ausschlafen, wir haben gemütlich gefrühstückt. Reinhard kümmerte sich um die Wäsche, ich räumte etwas auf. Irgendwie stellte sich die Frage, welche Art von BH’s für mich sinnvoll sind. Die Rückennarbe liegt genau auf der Höhe, wo der untere Abschluss ist. Da noch alles sehr geschwollen war, hatte ich mich für einen Bustier entschieden. Wir fuhren nach Soltendieck und wurden dort sehr gut beraten. Die Verkäuferin, die mir mehrere Modelle zum Anprobieren brachte, war über mein Aussehen ziemlich entsetzt. War ja auch noch alles sehr frisch und ein Drainageschlauch hing auch noch drin. Abends gab es, wie meistens freitags, Nudeln mit Tomatensoße.

Die letzte Drainage sollte am Samstag entfernt werden. Wir fuhren vormittags ins Krankenhaus, direkt auf Station 40. Danach gingen wir auf den Markt und erklärten diversen Händlern, warum ich eine Woche nicht da war. Ich war aber voller Optimismus, das alles wieder gut wird. Am Wochenende habe ich sogar gebügelt, dazwischen aber größere Pausen eingelegt. Das Saubermachen und Wischen ging noch nicht so gut, aber es konnte ja nur besser werden.


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Aktualisiert am: 2017-03-01; 19:35:33
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