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Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Die nächsten Termine, Strahlenambulanz, Perücke und Narbenpflege

Mittwoch, 16. Juli 2003

Um 8:00 Uhr hatten wir den nächsten Termin in der Strahlenambulanz im Friederikenstift. Wir sind in das Krankenhaus über den Haupteingang gegangen. Dort sitzen ältere Ordensschwestern, die sich als Lotsen durch das Krankenhaus zur Verfügung stellen. Durch diverse Kellergänge wurden wir von der Schwester in die Ambulanz geführt. Mit Frau Dr. Bloch hatten wir ein längeres Gespräch, in dem wir über Risiken und Auswirkungen der Bestrahlung informiert wurden. Sie war angenehm begeistert darüber, wie positiv denkend wir mit der Situation umgingen. Die Bestrahlungen sollten aber erst nach Abschluss der Chemotherapie beginnen. Weshalb sollten wir dann jetzt schon vorsprechen? Aber so ist wohl der allgemeine Ablauf.

Danach war Zeit, das Thema Perücke anzugehen. Wir hatten von der Chemoambulanz einen Flyer vom Friseur Plaschke bekommen, der auch eine Filiale am Klagesmarkt hat. Wir hatten dort einen Termin um 10:30 Uhr abgemacht, um uns über Perücken zu informieren. Die Mitarbeiterin dort war sehr einfühlsam und legte uns diverse Kataloge von Perücken vor, aus denen wir einige Modelle bestellten. Die Bestellung war völlig unverbindlich. Ich hatte zu der Zeit etwa schulterlange Haare, die leicht rötlich gefärbt waren. Diese Form und Farbe wollte ich eigentlich auch als Perücke haben. Es war schon etwas schwierig, geeignete Modelle in den Katalogen zu finden. Eine Echthaarperücke schied von vorn herein aus. Die Herstellung dauert ca. vier Wochen, so viel Zeit hatte ich nicht mehr. Der Preis betrug ab 1.500 Euro, das hätten meine Kostenträger nie übernommen. Außerdem war dieses Hilfsmittel ja nur für einen übersehbaren Zeitraum notwendig.

Danach stand für mich noch ein Termin auf dem Plan. Bereits vor meinem Urlaub hatte ich mich mit meinen ehemaligen Kolleginnen an diesem Tag zu einem Mädelstreff bei Brigitte verabredet. Reinhard brachte mich mit dem Auto dorthin und bestand darauf, dass ich auf jeden Fall mit der Taxe nach Hause komme. Einige Kolleginnen kannten meine Geschichte noch gar nicht, insgesamt hatten wir aber einen netten Nachmittag, bzw. Abend und Benita brachte mich mit dem Auto bis vor die Haustür.

Reinhard rieb jeden Morgen und Abend meine diversen Narben mit Olivenöl ein. Diesen Tipp hatten wir von der Ärztin im Krankenhaus erhalten. Dabei stellte er dann fest, dass sich im Rücken eine Blase gebildet hatte. Wir hatten deshalb am Donnerstag um 10:30 Uhr einen Termin beim Professor bekommen. Nachdem er den Rücken und die operierte Brust mit Ultraschall untersucht hatte, wurde ich sowohl im Rücken als auch an der Brust punktiert, weil sich wieder Wundwasser gebildet hatte.

Nun ist eine Punktion an sich nichts Ungewöhnliches. Aber mein Professor machte da eine Ausnahme. Nachdem er die erste Spritze voll abgezogen hatte, entleerte er den Inhalt dieser Spritze in einen kleinen Blechtreteimer (vermutlich aus den sechziger Jahren), um dann die nächste Ladung abzuziehen. Beim ersten Mal wiederholte er diese Prozedur im Rücken wohl dreimal. Deshalb mussten wir am Samstag erneut zur Untersuchung kommen.

Mit viel Glück hatten wir für diesen Donnerstag Karten für das „Kleine Fest im Großen Garten“ (Herrenhäuser Gärten in Hannover) bekommen. Dieser Termin stand schon lange fest, und so verbrachten wir gemeinsam mit unseren Kindern und Enkelkindern einen schönen Abend an frischer Luft. Lukas hatte höllische Angst vor den Robotermännern und Tara war an allen Vorstellungen sehr interessiert und sie hat ihren Opa ständig auf Trapp gehalten. Bis zum Beginn des Feuerwerks haben sich die beiden Kleinen krampfhaft wach gehalten, einen Teil dann aber doch verschlafen. Am Ende waren wir alle ganz schön geschafft. Den Freitag habe ich mich dann wohl erholt, der Terminkalender enthält keine besonderen Eintragungen.

Am Samstag sprachen wir um 11:00 Uhr wieder in der Klinik vor, auch diesmal wurde punktiert. Am Wochenende erhielt ich diverse Anrufe von meinen Verwandten aus Berlin, Essen und Hildesheim. Eigentlich ging es mir ja wieder recht gut, von den Nachwehen der Operation mal abgesehen, und dies gab ich auch so weiter.


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