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Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Die sechste Chemo und eine Woche Urlaub auf der Insel.

November 2003

Ja, und dann stand schon die sechste und letzte Chemo am 6. November an. Irgendwie waren die letzten Wochen wie im Flug vergangen. Gaby hatte mir erzählt, dass man die letzte Chemo viel entspannter angeht. Und es war auch wirklich so. Ich war zwar noch angespannt, doch es war das letzte Mal und dann war es überstanden.

Ich hatte mir vorgenommen, für die Mitarbeiter der Chemoambulanz als Dankeschön ein kleines Gedicht zu verfassen und mir dies natürlich bis Mittwoch vorher „aufgehoben“. Unser Sparladen hatte diese Woche Martini im Angebot. Als Erinnerung an frühere Jugendjahre hatte Reinhard zwei Flaschen davon mitgebracht und wir probierten den Stoff unserer Jugend. Nachdem Inge und Fini wegen irgendeiner Frage bei uns aufgeschlagen waren und zu einem Drink eingeladen wurden, wurde der Abend immer später, die Flasche immer leerer und mein Gedicht stand immer noch nicht. Aber ich habe es noch hingekriegt und mit Corel Draw ein buntes Blatt verfasst. Ich habe die letzte Nacht vor meiner letzten Chemo recht gut überstanden.

Bei dieser Chemo saß ich mit einer jüngeren Frau zusammen, die stark erkältet war und ihre zweite Chemo hatte. Sie erzählte mir von ihren erheblichen Schwierigkeiten nach der ersten Sitzung und dass das mit zwei kleinen Kindern nur schwer zu bewältigen ist. Auch daran merkte ich, dass ich ein Glückskind bin, weil ich diese Prozedur relativ gut überstanden hatte.

Wir hatten an diesem Tag noch das Abschlussgespräch mit der Ärztin. Da meine Prognose aufgrund aller Daten positiv war, konnte ich den Port, wenn ich wollte, wieder rausnehmen lassen. Normalerweise bleibt der Port zwei Jahre drin, falls weitere Maßnahmen oder Chemos erforderlich werden. Na, was ich sage, alles wird gut!

Nun standen nur noch die Bestrahlungen an.

Vorher sind wir aber auf meinen Wunsch noch eine Woche nach Langeoog gefahren. Das Zimmer hatten wir bereits bei unserem Septemberurlaub gebucht. Wenn auch der November sicherlich nicht der ideale Nordseeurlaubsmonat ist, haben wir uns noch einmal erholt und konnten ausspannen. Auch für Reinhard waren die vergangenen Wochen und Monate genauso anstrengend wie für mich, auch wenn er körperlich vielleicht nur mit gelitten hat. Ich habe mir dort noch ein zweites „Mützchen“ gekauft.

Außerdem war eine weitere Blutabnahme nach der letzten Chemo doch erforderlich und so besuchte ich ein weiteres Mal den Arzt auf Langeoog. Dort lag die Zeitschrift Ökotest aus, in der ein Artikel über die pflanzlichen Mittel für Wechseljahrbeschwerden stand. Inzwischen war eine öffentliche Diskussion zu den Hormonpräparaten entstanden und die pflanzlichen Mittel kamen auch nicht so gut dabei weg. Mein Mittel, das ich nahm, wurde mit mangelhaft bewertet. Der Beipackzettel enthielt keinen Hinweis darauf, dass dieses Mittel bei hormonpositiven Tumoren nicht genommen werden durfte.

Da mein Tumor hormonpositiv war, war dieses Thema für mich damit erledigt. Insgesamt waren meine Beschwerden geringer geworden. Ob das nun auf das pflanzliche Mittel oder auf die allgemeine Änderung zurückzuführen war, kann ich nicht sagen. Die Beschwerden sind aber nach Absetzen des Medikaments nicht erheblich schlimmer geworden.

Am 17. November wurde Svenia 30 Jahre alt und wir sind zum Geburtstagsfrühstück dort hin gefahren. Wir konnten aber nur bis mittags bleiben, weil Reinhard ab 17. November für drei Wochen einen Auftrag als Dozent hatte und Montagmittag dort anfangen musste. Das hieß für mich dann, wieder mit Öffis zur Arbeit zu fahren.


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Aktualisiert am: 2017-03-01; 20:11:22
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