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Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Ein geplatztes Blutgefäß.

Januar 2004

Die Beule im Rücken hatte sich wieder gefüllt, deshalb hatten wir für Montag, den 12. Januar nachmittags einen Termin beim Professor. Als ich meinen Oberkörper frei machte, fragte er völlig fassungslos: “Was haben die mit meiner Brust gemacht?“. Er hatte wohl noch nie eine frisch bestrahlte Brust gesehen oder es sah nach seinen Erfahrungen schlimmer aus als es in Wirklichkeit war. Da es meine erste Bestrahlung war, kann ich das natürlich nicht beurteilen. Er riet mir auch ab, die Lotion weiter zu verwenden und es statt dessen mit normaler Hautmilch zu versuchen.

In Anbetracht der Beule und nach Überprüfung mit dem etwas älteren Ultraschallgerät entschied er, dass eine Drainage gelegt werden muss. Es war ein Gefäß geplatzt, und das Blut konnte vom Körper nicht absorbiert werden. Das kommt gelegentlich vor, eine Erklärung dafür gibt es nicht. Es können Auswirkungen der Chemotherapie sein. Er konnte nicht sagen, ob und womit ich solches verhindern kann. Er erzählte von einer Patientin, die mit so etwas zu lange gewartet hatte. Das Blut war geronnen und er musste es operativ entfernen. Er machte uns somit auch keinen Vorwurf, dass wir wieder zu ihm gekommen waren.

Die Drainage sollte am Dienstag vormittags auf Station 40 eingesetzt werden. Wir wurden an dem Tag von Schwester Anne mit „Hallo, Frau Luszcz“ begrüßt und konnten gar nicht glauben, dass sie sich noch an uns erinnern konnte. War auch nicht so, natürlich war ich angemeldet. Und sie gratulierte mir nachträglich zu meinem runden Geburtstag.

Ich hatte mir für den Einsatz extra einen „unfallfreien“ Pullover angezogen, den ich ohne Absetzen der Perücke ausziehen konnte. War aber gar nicht nötig. Ich sollte nur den Pullover im Rücken hochziehen, Schwester Anne konnte gerade noch Mull zum Schutz der Hose unterlegen, bevor der Professor zur Spritze griff. Reinhard wollte eigentlich draußen warten, sollte aber lt. Professor mit herein kommen.

Die Spritze tat etwas weh, den Einsatz der Drainage merkte ich dann nicht mehr. Der Professor hatte den Drainageschlauch unten nicht geschlossen. Da das Blut etwas unter Druck stand, floss die erste Ladung gleich ungehindert auf den Fußboden, nicht ohne vorher den Professor auch noch zu treffen. Er und der Fußboden sahen dann auch entsprechend aus. Schwester Anne konnte mit ihrem schnellen Eingriff dann Größeres verhindern. Die ersten 100 ml liefen in den Beutel, der dann auch gleich wieder ausgewechselt wurde. Danach ging ich zur Arbeit, ein Schlauch ist kein Grund für eine Krankschreibung. Ich hatte eine Hose mit schrägen Taschen, in der ich den Schlauch verstauen konnte. Und Übung mit einem Drainageschlauch hatte ich ja auch.

Der Freitag, 16. Januar fing um 9:00 Uhr mit Verbandwechsel im Nordstadt an, um 15:30 Uhr hatten wir einen Termin in der Strahlenambulanz zur Nachkontrolle und abends gingen wir mit meiner Schwester Bettina zum Italiener Essen. Sie hatte Geburtstag und wir luden Sie dorthin ein.

Mein Rücken tropfte immer noch und so musste ich alle zwei bis drei Tage zum Verbandwechsel ins Nordstadt. Erst am 27. Januar kam der Schlauch wieder raus. Wir waren in der Nachmittagsstunde beim Professor, Reinhard assistierte ihm beim Entfernen des Schlauches, weil auch ein Professor nur zwei Hände hat. Damit war das Kapitel abgeschlossen.


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Aktualisiert am: 2017-03-01; 20:20:38
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