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Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Zweites Kurangebot und weitere Ereignisse.

Februar / März 2004

Gaby hatte relativ schnell die Mitteilung von der BfA bekommen, dass die Kur auf der Insel Usedom stattfinden sollte. Weiter weg ging ja auch nicht mehr. Mit diesem Vorschlag waren wir einverstanden. Deshalb schrieb ich die Klinik direkt an und informierte meine Beihilfestelle über den gewünschten Ort. Beides machte keine Schwierigkeiten. Ich bekam zuerst die Nachricht, dass die Kur etwa Mitte März beginnen sollte. Bei Gaby dauerte es eine Woche länger, weil ihre Akten bereits nach Bad Oeynhausen geschickt wurden und nun über Berlin erst nach Usedom geschickt werden mussten.

Dann bekamen wir zeitgleich die Mitteilung, dass unsere Kur am 17. März beginnen sollte. Die Vorbereitungen für die Kur trafen wir in diversen Telefonaten, für ein gemeinsames Treffen hatten unsere Terminkalender irgendwie kein Fenster mehr.

Nun wurde die Zeit knapp und der Port sollte ja auch noch raus. Ich hatte die Vermutung, dass die gleiche Prozedur wie beim Einsetzen auf mich zukommt. Aber von Schwester Anne hatte ich erfahren, dass dieser Eingriff in diesem Krankenhaus ambulant stattfindet und der Professor ihn selbst herausoperiert.

Das klang dann schon besser und so war am Montag die vorstationäre Aufnahme mit EKG und Blutentnahme, Aufklärungsgespräch beim Professor und mit dem Anästhesisten. Da der Port nur mit örtlicher Betäubung eingesetzt wurde, wollte ich auf eine leichte Narkose beim Herausnehmen verzichten, ein bisschen gegen den Willen des Professors. Also fand ich mich Dienstagmorgen um 6:30 Uhr auf Station 40 ein, zog das OP-Hemd und die Thrombosestrümpfe an und wartete. Der Eingriff sollte gleich morgens um 8:00 Uhr als Erstes stattfinden.

Diesmal habe ich den OP-Bereich in der Frauenklinik bei vollem Bewusstsein erlebt. Viel Platz haben die in den Gängen auch nicht, das Bett passt gerade so um die Ecken. Ich stieg um auf die OP-Liege und wurde mit vorgewärmten Frotteehandtüchern zugedeckt. Fast wie in einem 4-Sterne-Hotel.

Im OP wurde ich von allen nett begrüßt, dann wurde mir ein grünes Laken vor das Gesicht gehängt, damit ich nicht zugucke und vielleicht eingreife. Die Betäubungsspritze habe ich noch gemerkt, dann wurde ein bisschen rumgezuppelt, weil der Port schon etwas eingewachsen war. Ich erinnerte den Professor daran, dass ich den Port als Andenken mitnehmen wollte. Nach knapp 20 Minuten war alles vorbei. Ich bedankte mich beim OP-Personal und wurde zusammen mit meinem Port aus dem OP herausgefahren und stieg wieder um in mein Bett.

Ich musste dann noch drei Stunden ruhig liegen bleiben, um evtl. Nachblutungen vorzubeugen. Da ich sehr früh aufgestanden war, verbrachte ich einen Teil der Zeit mit Schlafen. Mittags holte Reinhard mich wieder ab und alles war gut. Selbst als die Betäubung langsam nachließ, brauchte ich diesmal keine Schmerztabletten zu nehmen.

Ab 2. Februar arbeitete ich wieder die volle Stundenzahl und auch wieder die normalen Zeiten. Ich hatte für mich beschlossen, dass die gefährliche Zeit vorbei war und von den Bestrahlungen hatte ich mich recht gut erholt.

Meine Haare kamen wieder, auch die Augenbrauen und Wimpern wurden wieder mehr. Gaby hatte sich den ersten Flaum noch mal abrasieren lassen, davon wollte ich nichts wissen. Ich kämpfte um jeden Millimeter. Bis ich aber ohne Perücke gehen konnte, würde noch eine Menge Zeit ins Land gehen. An Annis Geburtstag am 13. Februar ließ ich mich dann aber von den Gästen (die Nachbarn und Silvia waren noch da) überreden, meine eigenen Haare mal zu zeigen. Alle waren völlig begeistert, wie lang sie schon waren.


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Aktualisiert am: 2017-03-01; 20:24:04
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