Sie sind hier: Anfang => Gesundheit => Brustkrebs => Freizeit Kuranfang Brustkrebs-Auswahl Kur-Alltag Anzeigesprache: Deutsch.

Brustkrebs: Erlebt und aufgeschrieben von Barbara Luszcz.

Freizeit, Strandspaziergang, Fahrstuhl.

März / April 2004

Ich hatte am Freitag nur um 9:30 Uhr das Bewegungsbad, bei Gaby war es auch nur eine Anwendung. Da das Wetter zum Wochenende schlechter werden sollte, entschieden wir uns für einen Strandspaziergang nach dem Mittagessen. Die Klinik liegt an der Steilküste, es führt eine Treppe mit 120 Stufen zum Strand. Runter kein Problem, hoch wird man recht schnell kurzatmig.

Am Strand entschieden wir uns für rechts herum und so gingen wir los. Wie schon erwähnt, hatte ich mir ein Paar neue Turnschuhe gekauft, die ich auch angezogen hatte. Nun ist der Ostseestrand nicht mit dem Strand auf einer Nordseeinsel zu vergleichen. Es gibt keinen festen Untergrund, der alle 6 Stunden glatt gezogen wird. Man läuft an der Ostsee durch relativ weichen Sand, der nachgibt.

Die Sonne schien, wir marschierten los und hatten (wie alle Frauen, würde mein Reinhard sagen) viel zu erzählen. Links das Wasser, rechts Naturstrand mit Dünen, kein Hinweis auf Orte oder evtl. Restaurants hinter der Düne. Nach einer Stunde, ca. 15:00 Uhr entschieden wir, dass die nächste Tasse Kaffee unsere sei. Eine Spaziergängerin, die uns entgegen kam, fragten wir nach der nächsten Tasse Kaffee. „Eine Stunde vorwärts, oder eine Stunde in die Richtung, aus der wir kamen“. Wenn wir uns für vorwärts entscheiden, wären wir in Bansin. Ich erinnerte mich dunkel, ein Schild mit einer Kilometerangabe „9 km nach Bansin“ gesehen zu haben.

Wir entschieden uns für vorwärts und erreichten nach einer Stunde den Ort. Das nächste geöffnete Restaurant war unseres. Vorher hatten wir schon festgelegt, dass wir mit der Bäderbahn zurückfahren und den Weg zum Bahnhof hatten wir auf dem Ortsplan auch gefunden. Nachdem wir uns einigermaßen erholt hatten, gingen wir noch einen Kilometer bergan zum Bahnhof, der Zug kam in einer angemessenen Zeit und wir fuhren zwei Stationen zurück in unseren Ort. Zur Klinik waren es dann noch mal einen Kilometer, wir schafften das Abendessen gerade noch und hatten für den Abend keine weiteren Wünsche mehr.

Den Samstag hatte ich um 9:00 Uhr die erste Info für Atemgymnastik, also vorher frühstücken. Den Tag über habe ich mich vom Vortag erholt, bin ab und zu eine rauchen gegangen und hatte für abends noch keinen richtigen Plan. Und das Wetter wurde schlechter, es kam Wind und Regen auf. Trotzdem entschieden Gaby und ich, abends in den Ort zu gehen, um im Warmen bei einem Glas Wein gemütlich zu rauchen. Der Ort gab ja sonst nicht viel her und wir entschieden uns für die Pension, in der unsere Männer übernachtet hatten.

Wir kamen gerade noch trocken dort an, bevor das Unwetter anfing. Der Wirt fragte, ob wir einen Schirm mithätten. Natürlich nicht, hätte uns bei dem Wind sowieso nichts genützt, außerdem hatte ich gar keinen Schirm mit. Wir haben das Unwetter ausgesessen, als wir gingen, hörte der Regen auf.

Am Sonntag traten die ersten Nachwehen vom Gewaltspaziergang auf. Weniger ein Muskelkater, mit dem ich gerechnet hatte. Mein rechtes Knie tat bei jedem Schritt weh, ich konnte die Diagnose aber selbst stellen. Wer in neuen flachen Schuhen, die man sonst nie trägt, einen Gewaltmarsch im weichen Sand macht, braucht sich nicht zu wundern. Und ich hoffte, dass sich das wieder geben würde.

Auf Anraten der sehr netten Krankengymnastin Frau Hrasdil, die die Einzeltherapie und Ultraschall mit mir machte, verzichtete ich auf das Treppensteigen und fuhr nur noch Fahrstuhl. Und das mir, die nicht warten kann und deshalb nicht mit dem Fahrstuhl fährt! Am Schlimmsten war das Gehen bergab, ich gewöhnte mir eine langsamere Gangart mit gestrecktem Knie an.


Download Dieses Tagebuch können Sie auch als formatiertes Word-Dokument (38 Seiten) oder auch als PDF-Datei (1 MB) von dieser Seite laden. Download

©2004-2017 Barbara Luszcz E-Mail Barbara Luszcz /krebs/krebs042.htm
Aktualisiert am: 2017-03-01; 20:30:57
Impressum: Wir über uns!
Diese Seite wurde validiert: Valid HTML 4.01 CSS is valid! Anzahl Aufrufe