Rieseby

Deutschland, Ostsee, Mai / Juni 2013

Ferienhaus bzw. Ferienwohnung:

Remise

Personenanzahl:

Max. 2 Personen

Ort:

Rieseby

Straße:

Steckswiese 1

Kontakt / Vermieter:

Martina Goos / Johannes Goos

Telefon:

04352 – 956 41 47

Internet:

www.ferienbeigoos.de

Das Domizil

Die Remise ist in einem ehemaligen Bauernhof eingebettet, mit diesem teilt sie sich die Parkplätze und die Einfahrt. Sie hat einen eigenen Eingang und liegt komplett ebenerdig. Es gibt eine Diele, eine Toilette, eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Bad, derzeit noch mit Wanne und Dusche. Die Räume sind für zwei Personen ziemlich groß, es hat viel Platz! Das Bad soll umgebaut werden. Es gibt Fußbodenheizung und Heizkörper. Auf der Gartenseite befindet sich eine Terrasse mit guten Gartenmöbeln.

Die mitgebrachten Fahrräder konnten in der Maschinengarage untergestellt werden.

Wenn Sie Eier kochen wollen, sollten Sie einen Eierkocher mitbringen, es sei denn, Sie können Eier noch im Kochtopf kochen! Noch kein Geschirrspüler, auch fehlt eine Waschmaschine, falls diese überhaupt benötigt wird. Der Kühlschrank ist sicherlich von einem Mann installiert worden, FRAU hätte darauf bestanden, dass die Tür auf Links – Anschlag umgesetzt wird. Und der Flachbild-Fernseher hat auf der Rückseite unten rechts einen richtigen Ein- und Ausschalter, den man aber nicht sieht, wenn man den Fernseher an dieser Stelle festhält!

Das ganze Anwesen liegt inmitten der Natur, was auch bedeutet, dass diverse Vögel ihre Spuren auf den hier geparkten Fahrzeugen hinterlassen. Das gilt auch für die Fahrräder, die aber unter einer Plane geschützt stehen.

Bericht

Manchmal erlebt man Dinge, die man nicht glauben würde, wenn sie von jemand anderem erzählt werden. Dazu gehört der Aufenthalt in einem Ferienhaus, das auf den schönen Namen „Remise“ hört. Das sollte sich in einer Straße namens „Steckswiese“ befinden. So steht es auch bei Google im Atlas. Allein die Straße heißt in echt „Stexwiese“. So sagt es jedenfalls das Schild an der Straße!

Und wenn Sie die Kreisstraße mit der zugelassenen Geschwindigkeit befahren, bremsen Sie lieber rechtzeitig zu sehr langsamer Gangart herunter, die Einmündung Stexwiese ist keine, sie mündet fast rechtwinklig auf die Kreisstraße!

Es lässt sich sonst alles völlig normal an. Suche eines Zieles, an dem man noch nicht war. Dazu gehört das Gebiet um die Schlei, einem Fluss in Schleswig-Holstein. Diese Gegend wurde mir bekannt durch den Titel eines Krimis im Fernsehen, „Das Haus an der Schlei“. Da muss wohl ein Mord geschehen sein, aber an Details konnte ich mich nicht mehr erinnern.

Also suchten und fanden wir eine passende Unterkunft, eben die Remise. Sie sei ruhig und zum Erholen geeignet. Das stimmt. Sie liegt am Ende eines Weges, über den normalerweise Trecker fahren würden. Sie kennen sicherlich diese Wege, die mit zwei Reihen Betonplatten belegt sind, auf denen die Räder von Zugmaschinen, Anhängern und ja, auch Autos fahren!

Ankommen, aussteigen, staunen und sich wohlfühlen ging recht schnell.

Telefon und Internet

Die ersten Sprünge bekam das Idyll, nachdem ich telefonieren wollte. Es war kein Netz verfügbar, statt „Vodafone“ stand „Notruf“ im Display. Das Haus liegt in einer Senke, mit einem riesigen, parkähnlichen Grundstück dahinter. Am Ende dieses Grundstücks stieg das Gelände etwas an, dort hatte ich dann minimalen Empfang!

Mit meinem Congstar – Internet Stick, der immerhin über das Netz der Telekom funktioniert, war ebenfalls nur auf der besagten Anhöhe Internet möglich. Also mal im Klartext: Notrufe, normale Anrufe, E-Mail und Internet waren nur nach einem Spaziergang von mehr als 150 Metern Bergan möglich und dann nur in schlechter Qualität. Wenn man aber mit dem Auto in Richtung Rieseby auf einen Parkplatz fährt, geht alles so, wie man es in einer zivilisierten und technisierten Umgebung gewöhnt ist.

Nach einigen Tagen hatten wir das normale Urlaubswetter in Deutschland, also strömenden Regen. Da ging die Kommunikation nur mit dem Auto, der Rasen war unbegehbar, dafür aber schiffbar! Dieses Haus ist tatsächlich ideal für Leute, die ihre Ruhe haben wollen.

Erstaunlich ist, wie schnell der Rasen wieder begehbar wird, sobald der Regen aufhört.

Radtouren

Inzwischen hatten wir zwei kleinere Touren mit dem Rad unternommen, eine kurze um das Gebiet herum, wir wollten eigentlich die Brücke über die Schlei bei Landaunis benutzen, die allerdings wegen Reparatur für einige Tage gesperrt war, das waren etwa 27 KM. Eine weitere Fahrt ging an der Schlei entlang nach Kappeln und zurück mit einer Autofähre in Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands, (1,50 € für Radfahrer) über die Schlei. Das waren dann schon mal 38 KM.

Landschaftlich sehr schön anzusehen, leicht wellig, teilweise erstaunlich steile Abschnitte an den Wegen und Straßen. Es war die Zeit, in der der Raps leuchtend Gelb blüht. Und duftet, das ist uns hier ganz besonders aufgefallen. Es gibt hier sehr viel Raps. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass dieser Raps zur Speiseöl – Gewinnung angebaut wird. Angeblich nicht zur Erzeugung von Benzin. Wir wollten das gerne glauben!

Die Schlei, hier auch als Ostsee – Fjord – Schlei bezeichnet, ist ganz schön lang und breit. Es hat viele, gut ausgebaute, Radwege nahe an der Schlei, schön gelegen. Und zum Glück nicht zum rasen, sondern zum reisen.

Eckernförde

Hier findet der „Fischmarkt“ am ersten Sonntag des Monats statt. Diese Stadt ist wirklich einen ausgedehnten Besuch wert. Sie hat einen schönen Strand und einen sehenswerten Hafen. An dessen Ufern findet auch der Markt statt. Dieser ist ein riesiger Markt, verglichen mit Kappeln, es wird fast alles angeboten, was unter offenem Himmel verkauft werden kann.

Abseits liegt der Marine-Hafen, der durch andere Bauten entlang des Hafens und des Strandes ergänzt wird. Dazu gehört auch eine Seebrücke, alles Sperrgebiet.

Fähren

Es führen zwei Fähren über die Schlei. Das sind die Fähren Arnis und Missunde, beide wurden von uns als Fahrradfahrer benutzt. In Arnis standen im Zufahrtsbereich zu Fähre zwei Sportwagen aus nobler deutscher Herstellung der oberen Preisklasse. Dafür zahlte man auf der Fähre (ohne Beleg) 1,50 € je Fahrrad. Ich sehe da durchaus Zusammenhänge mit den Fahrtkosten ohne Beleg und den edlen Karossen.

Auf der Fähre Missunde gab es das Vergnügen schon für 1,20 €, dafür aber mit Beleg (7 % MWST). Eine Fahrt mit der Fähre gilt somit steuerlich als Nahrungsmittel, war schon etwas verwunderlich. Dafür wurden wir vom Fähren – Hasen begrüßt. Zwei weitere liefen uns wenige Meter später vor die Räder!

Kappeln

Dort findet am letzten Sonntag im Monat ein „Fischmarkt“ statt. Direkt am Hafen gelegen, bekommt man dort fast alles, auch Fisch. Dieser ist allerdings verarbeitet, frischen Fisch gab es bei unserem Besuch daher nicht.

Der Laden, in dem eine Genossenschaft frischen Fisch verkauft, ist Dienstag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr geöffnet.

Die Brücke über die Schlei ist eine Klapp – Brücke, die jeweils 15 Minuten vor der vollen Stunde für mindestens 10 Minuten geöffnet wird. Dann steht der Verkehr in beiden Richtungen. Ist schön anzusehen und stört niemanden!

Landau

Das ist der Ort, in dem die Fernseh-Serie „Landarzt“ gedreht wurde. Reichlich beschildert, war der Weg zu dem Haus nicht zu verfehlen. Was soll ich sagen, ich habe keine Folge des Landarztes gesehen, mir sagte das Haus nichts. Aber andere Besucher bestätigten mir, dass dies genau das Haus in der Serie sei.

Der Ort hat sehr schöne Häuser (die Serie scheint die Bewohner nicht in die Armut gerissen zu haben!) und auch sehr schöne Pferde. Und er liegt direkt an der Schlei mit entsprechender Aussicht.

Landaunis – Schleibrücke

Nun endlich sollte die Brücke freigegeben sein. Wir also mit dem Rad dorthin. Dabei überholt uns ein Schienen – Wiesel, ein Schienenbus der neueren Generation. Da war klar, die Brücke ist wirklich freigegeben.

Bei der Brücke handelt es sich um eine Eisenbahnbrücke, die für den Fahrzeugverkehr ausgerüstet wurde. Auch für die Zweiräder wurden Vorkehrungen getroffen: Die Fugen der Gleise wurde mit einer Art Gummilippe verschlossen, allerdings nur auf einer Seite der Brücke.

Ein Teil der Brücke ist als Schwenk – Brücke gebaut worden, damit auch größere Boote passieren können. Der Verkehr wird mit Ampeln geregelt, Eisenbahn, Fahrzeuge im Einbahnverkehr und Boote / Schiffe kommen sich so nicht in die Quere.

Heute mussten wir so richtig warten. Dafür konnten wir alle Verkehrsmittel, für die diese Brücke gebaut wurde, beobachten. Zunächst schaltete die Ampel auf ROT, nachdem ein Groß-Traktor, der zuvor die Saat-Pflanzen mit Pflanzenschutzmitteln besprüht hatte, noch passieren konnte. Danach schaltete eine zweite Ampel zusätzlich auf ROT. Nach kurzer Zeit schlossen sich auch die Schranken, was einem Radfahrenden Paar, die sich auf der Brücke gestritten hatten, weil sie sich nicht traute auf der Spur zwischen den Eisenbahnschienen zu fahren. Glücklicherweise drehten sie um und tauchten unter den Schranken durch.

Dann passierte erst mal nichts. Auf einmal begann sich der schwenkbare Teil der Brücke zu bewegen und stieg langsam in den Himmel. Erstaunlich, wie hoch sie sich endlich erhob. Nun konnte der Segler, der aber mit Motor fuhr, durch die Lücke fahren. Wieder passierte nichts. Auf einmal kam von rechts ein Boot mit vielen jungen Leuten in Rettungswesten. Die durften auch noch passieren und bedankten sich lautstark beim Brückenwart. Dann begann das Absenken der Brücke.

Leider bekam danach der Gegenverkehr GRÜN. Motorräder, PKW's, LKW und Caravans kamen uns entgegen.

Auf der Rückfahrt wurde wieder komplett gesperrt. Diesmal kam allerdings kein Schiff, sondern der Schienenbus war auf der Rückfahrt nach Kiel, wie seine Leuchtzeichen deutlich machten.

Damit haben wir diese Brücke in allen vorgesehenen Betriebsarten gesehen und auch fotografiert.

Rußland – Die Suche nach dem versteckten Ort

Aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen wusste ich, dass es in Schleswig-Holstein einen Ort dieses Namens gab. In der Landkarte dieses Gebietes fand ich schließlich diesen Ort. Allein mein Navigationsgerät weigerte sich, diesen Ort zu finden. Es gab nur Rußland in Niedersachsen. Also einen nahe gelegenen Ort eingeben, den restlichen Weg sollte man mit dem Fahrrad schon finden.

Leicht gesagt, schwer gefunden...! Die Wege, auch für die Radfahrer, endeten im Nirgendwo. Schließlich fanden wir einen Weg, der für Anlieger frei war. Da es viel regnete in der letzten Zeit, war der Weg aber eigentlich unpassierbar. Auf Nachfrage bestätigten Leute des Ortes, dass das der richtige Weg sei, es aber auch noch einen anderen Zugang zu Rußland geben soll. Wir also wieder zurück und den anderen Zugang suchen.

War dann auch ganz einfach, statt der berechneten 9 KM benötigten wir 25 KM, verursacht durch die zahlreichen Umwege. Nun noch eine Kritik am Fernsehen: In dem Bericht wurde eine Person gezeigt, die sich über das Ortsschild von Rußland beugte. Es gibt aber kein Ortsschild!! Also ein getürkter Beitrag, was mich eigentlich ganz schön ärgerte.

Danach wollten wir nur noch nach Damp, Mittag essen. Haben wir dann auch noch geschafft. Endlich wieder zurück zur Remise. Waren alles zusammen etwa 55 KM.

Schleswig

Am 29.05.2013 hatten wir um 09:30 Uhr auf der Terrasse stolze 11 Grad Celsius. Die Wolkenlage sah nach kaltem Regen aus. Also ließen wir die Fahrräder stehen und fuhren mit dem Auto nach Schleswig.

Dort gingen wir zuerst zur Touristen – Information, wo wir kompetent beraten und mit entsprechenden Unterlagen versehen wurden.

Ein Rundgang durch das Viertel um den Dom herum zeigte, dass diese Stadt Wert darauf legt, ihre historischen Denkmäler in einem sehr guten Zustand zu präsentieren. Im evangelischen Dom konnten wir auch eine Kerze anzünden, für uns eine Neuigkeit.

Auch die Klosteranlage zeigt sich in einem sehr guten Zustand. Einzelne Gebäude konnten wir sogar betreten und uns umsehen. Der Bibelgarten sowie die eigens hergestellten Skulpturen aus Stein waren sehenswert.

Die Rückfahrt führte uns an Haitabu (Stichwort: Wikinger!) vorbei, aber heftiger Regen ließ nur einen Besuch der kleinen Kirche zu. Abends um 17:00 Uhr war die Temperatur immerhin auf 13 Grad angestiegen!